Gartentipp

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kälteauswirkungen auch ohne Frost
25. Mai 2026

Zucchini mit Kälteschaden

Frost hatten wir in den letzten Wochen keinen. Aber auch die Kälte hat Auswirkungen im Garten, beobachten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. So manches Obst hinkt im Wachstum hinterher oder hat kaum Früchte gebildet. Die Gemüsebeete werden erst jetzt mit Sommergemüse bepflanzt.

 

Schlechte Befruchtung und verzögertes Wachstum

Nach einer üppigen Blüte und zunächst reichem Fruchtbehang, fällt es nun auf, dass die Rispen der Johannisbeeren immer lichter werden und weniger Beeren haben. Dies sind Auswirkungen der Kälte. Auch Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt oder sehr kühle Tagestemperaturen unter 12 °C sorgen dafür, dass die Befruchtung verschiedener Obstarten nicht optimal verläuft. Es fliegen weniger Bienen und andere bestäubende Insekten. Zudem sind die Befruchtungsorgane (Pollen, Griffel und Narbe) nicht richtig ausgebildet oder der Fruchtknoten geschädigt. Sowohl Nässe wie extreme Trockenheit können das Befruchtungsergebnis ebenfalls beeinflussen. Auch jetzt können noch kleine Früchte bei schlechter Befruchtung abgestoßen werden. Hinzu kommt der Junifruchtfall, bei dem sich das Obstgehölz „putzt“, um die verbleibenden Früchte besser ernähren zu können.

Nicht nur das Obst leidet unter anhaltender Kälte. Bei Rosen fällt auf, dass durch die längere Zeit mit kalten Temperaturen manche Triebteile gestaucht sowie Blätter und Blüten verkrüppelt sind. Auch haben sich einige Blütenknospen verfärbt und sind im Wachstum stehen geblieben. Verschiedene andere Pflanzen zeigen ähnliche Symptome.

Sommerliches Fruchtgemüse erst jetzt nach draußen

Kalte Tage sowie Nächte nur knapp über null Grad sorgten dafür, dass die klassischen Sommergemüse erst seit kurzem im Beet stehen oder erst jetzt gepflanzt werden. Tomate, Zucchini, Paprika und Aubergine, Gurke, Kürbis und Melone benötigen milde Temperaturen und einen erwärmten Boden für ein zügiges Wachstum. Bei Temperaturen im niedrigen Plusbereich sterben die Pflanzen nicht zwingend ab, jedoch reagieren sie oft mit Wachstumsstockungen. Dann dauert es eine Zeit, bis sie weiterwachsen. Achten Sie deshalb besonders auf die Temperaturen und nicht (nur) auf den Kalender oder die Angebote der Gartencenter und Baumärkte.

Sonnenschäden nach Kälte

Wer selbst seine Fruchtgemüse anzieht, beginnt meist im März mit der Aussaat. Dann sind die Pflanzen spätestens Mitte Mai bereit für das Auspflanzen ins Beet. Besonders kompakt und robust werden die Jungpflanzen, wenn sie zuvor abgehärtet werden. Das heißt, sie werden tagsüber zunächst in den Halbschatten gestellt und später in die Sonne. Zudem gewöhnen sich die Pflanzen an die Luftbewegung und etwas kühlere Temperaturen. Doch die vergangenen kalten Tage ließen dies meist nicht zu. Jetzt wird es höchste Zeit für das Auspflanzen, doch es soll gleich wieder heiß und sehr sonnig werden. Nun besteht die Gefahr, dass schnell Sonnenschäden an den verhätschelten jungen Gewächsen entstehen. Besonders empfindlich reagieren Pflanzen, die vom mangelnden Lichtangebot auf der Fensterbank ins sonnige Gartenbeet gesetzt werden. Sonnenschäden können ebenfalls zu Wachstumsstockungen und Blattschäden führen wie Kälte. Versuchen Sie deshalb die jungen Pflanzen ein paar Tage zu schattieren, wenn Hitze und starke Sonneneinstrahlung erwartet werden. Wer noch nicht ausgepflanzt hat, kann die Jungpflanzen ein paar Tage im Halbschatten oder bei bedecktem Himmel abhärten. Auch die Nachttemperaturen lassen es nun problemlos zu.

Braune Blätter an Basilikum

Sonnenschaden an Bohnenblättern

Genieße den Garten – nutze die Feiertage
18. Mai 2026

Biodiversität_

Die Pfingstfeiertage und die Ferien rücken immer näher. Nutzen Sie die Zeit und genießen Sie das Grün der Natur. Jetzt ist es besonders schön, freuen sich die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Gärten und Parks präsentieren sich jetzt prächtig. Sie können wertvolle Orte biologischer Vielfalt sein. Vielleicht liegen deshalb auch besondere Feiertage in den letzten Maiwochen.

Internationaler Tag der biologischen Vielfalt

Seit 2001 wird am 22. Mai der Internationale Tag der biologischen Vielfalt begangen. Dieser Tag soll das Verständnis und das Bewusstsein für die biologische Vielfalt, ihren Wert und aber auch ihrer Bedrohung erhöhen. Jedes Jahr gibt es ein spezielles Motto, das einen Teilaspekt in den Fokus rückt.

Freizeitgärtnerinnen und -gärtner können einen wesentlichen Beitrag zur Biodiversität leisten. Genetische Vielfalt an Pflanzen, Lebensräume, Nahrungsquellen und Unterschlupf für viele Insekten und Kleinsttiere werden auf einem begrenzten Raum möglich. Gärtnern ist nicht nur ein Hobby, sondern ein aktiver Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Ein naturnah bewirtschafteter Garten bietet beispielsweise Lebensräume für eine Vielzahl von Insekten. Diese Bestäuber sichern nicht nur die Ernte, sondern sind ein zentraler Bestandteil funktionierender Ökosysteme. Biodiversität entsteht jedoch nicht überall von allein. Es ist das Ergebnis bewusster Entscheidungen und Planungen. Die Größe des Gartens ist dabei nicht ausschlaggebend. Viele Maßnahmen lassen sich auch im Kleinen umsetzen (kleine Gärten, Balkone und Terrassen). Selbst wenn nicht jedes Element eines naturnahen Gartens verwirklicht werden kann, so fördern auch weniger Umsetzungen die biologische Vielfalt. Wenn sich viele beteiligen und ein naturnahes Refugium schaffen, bildet sich ein dichtes Netz an biologischer Vielfalt.

Europaweiter Tag der Parke

Am 24. Mai feiern wir den Europäischen Tag der Parke. Dieser findet seit 1999 in Nationalparks, Biosphärenreservaten und Naturschutzgebieten mit besonderen Aktionen, Exkursionen und Vorträgen statt. Das Datum geht auf den ersten Nationalpark zurück, der am 24. Mai 1909 in Schweden ausgerufen wurde. In den Parks können Sie Natur erleben. Hier spielen Abenteuer, Erholung und Freude eine wichtige Rolle. So unterschiedlich die Region, so abwechslungsreich und einzigartig sind die Landschaften.

Geh hinaus und genieße

Nutzen Sie die freien Tage und genießen Sie die Vielfältigkeit der Natur: bunte Blumen, unterschiedlichste Gehölze mit frischen Austrieben, fliegende und krabbelnde Insekten, Pilze und Moose an Bäumen und vieles mehr. Hier entdecken Sie Zusammenhänge des Lebens und lernen diese wertzuschätzen. Beim Besuch von Naturparks, öffentlichen Parks und Gärten erleben Sie Grün in vielen Facetten und erhalten vielleicht auch Anregungen für den eigenen Garten. Der Gärtner wird zum Gestalter, der auf einem begrenzten Raum verschiedene Gestaltungselemente kombiniert und integriert. Genießen Sie Ihr eigenes Refugium und freuen sich über die Vielfalt darin. Bunt und fröhlich, voller Leben macht der Garten Spaß. Der naturnahe Garten wandelt sich ständig. Nicht nur die Jahreszeiten verändern das Gartenbild, auch der Einfluss von Standort und Witterung auf die Pflanzenwelt lässt den Garten jedes Jahr anders wirken. Umsichtig Gärtnernde lernen von ihrem Garten und wissen, was dort gut gedeiht oder auch weniger gelingt.

Grüne und blühende Pflanzen

Frostspanner wieder unterwegs
11. Mai 2026

Fraßschaden Frostspanner

Es ist Raupenzeit! Nach dem Spaziergang draußen in der Flur oder der Radtour findet man kleine grüne oder braune Raupen auf der Kleidung. Aufmerksame Betrachter sehen sie auch auf Gehölzen, wo sie Löcher in die Blätter fressen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen den Schädling vor.

Die Raupen der Frostspanner sind stets hungrig. Sie fressen die jungen grünen Laubblätter und schädigen junge Früchte von Obstgehölzen. Seit dem letzten Jahr treten sie wieder stärker auf.

Schäden durch Frostspanner

Die Tiere fallen auf, wenn kurz nach dem Laubaustrieb der Bäume und Sträucher Löcher in den Blättern erscheinen. Auch Blüten, zarte Triebe und junge Früchte zeigen Fraßschäden. Manchmal kommt es sogar zum Kahlfraß, wenn die Räupchen in Massen auf den Blättern sitzen. Auf dem Speiseplan der Frostspanner stehen Hainbuche, Ahorn, Rose, Hartriegel und weitere Ziergehölze sowie Obstbäume. Die Bäume und Büsche treiben im Jahresverlauf meist wieder aus, doch der Laubverlust schwächt die Pflanzen. Bei jährlich starkem Befall beeinträchtigt dies langfristig die Gehölze, da sie immer wieder mit Assimilationsbeeinträchtigung leben.

Der Frostspanner stellt sich vor

Es gibt verschiedene Frostspanner-Arten. Typisch für Spannerraupen ist die Fortbewegung mit einem „Katzenbuckel“, da sie nur vorne und hinten Füße haben. Meist treten der Kleine und der Große Frostspanner auf. Die Raupen des häufiger auftretenden Kleinen Frostspanners sind hellgrün, die des Großen Frostspanners zeigen sich in den verschiedensten Musterungen aus Brauntönen. Gefräßig sind sie beide und bevorzugen den frischen Laubaustrieb im Frühjahr. Ist nicht mehr genügend Grünmaterial vorhanden, lassen sich die Tiere, meist an einem dünnen, seidigen Faden hängend, durch den Wind zu anderen Bäumen treiben. So gelangen die Raupen auch auf bis dahin noch unbefallene, in der Nähe stehende Bäume und Büsche. Nach dem großen Fressen im Frühjahr (etwa Ende Mai), seilen sich die Raupen schließlich an einem Faden ab, dringen etwa zehn Zentimeter tief in die Erde ein und verpuppen sich dort. Im Herbst schlüpfen die Falter ab den ersten Nachtfrösten. Zur Fortpflanzung krabbeln die unscheinbaren, flugunfähigen Weibchen am Stamm hinauf in die Krone, wo sie durch Duftstoffe die flugfähigen Männchen anlocken. Die Paarung erfolgt nachts. Anschließend legen die Weibchen die Eier einzeln am Stamm und in Rindenvertiefungen ab.

Leimringe im Herbst und andere Gegenmaßnahmen

Hatten Sie einen starken Befall mit Frostspannern? Dann können Sie vorbeugen: Rechtzeitig, bevor im Herbst die ersten kalten Nächte auftreten (je nach Region ab Ende September), werden Leimringe um den Hauptstamm, unterhalb der Kronenverzweigung, angelegt. Es sind etwa zehn Zentimeter breite, grüne Streifen aus Papier, auf denen ein spezieller Leim aufgetragen ist. Dieser verhindert, dass die kleinen, flugunfähigen, aus dem Boden geschlüpften weiblichen Falter über den Stamm in die Baumkrone aufwandern können. Denn erst dort erfolgt die Begattung mit den flugfähigen männlichen Kleinfaltern und anschließend die Eiablage. Wichtig ist das rechtzeitige Abnehmen der Leimringe spätestens im März.

Und ganz wichtig: Fördern Sie Vögel in Ihrem Garten. Besonders Meisen picken im Frühjahr Massen an Raupen wie Frostspannerraupen, Blattläusen und anderen Insekten, um damit ihre Jungen zu füttern. Somit reduzieren sie sehr viele Schädlinge innerhalb kurzer Zeit. Hängen Sie deshalb Nistkästen für diese fleißigen Helfer in die Bäume.

Gespinstmotten und andere Raupen

Schon wieder beginnt es und kleine weiße Gespinste hängen in den Zweigen von Apfelbäumen, Pfaffenhütchen, Traubenkirsche und anderen Gehölzen. Geht man näher heran, so sind Raupengruppen erkennbar, die rasch die Blätter der Wirtspflanze fressen. Mit dem Wachsen der Raupen vergrößern sich die vliesartigen Gespinste sehr schnell. Schneiden Sie die befallenen Triebstücke in eine große Tüte hinein, um sie dann in der Restmülltonne zu entsorgen oder zerdrücken sie die Gespinste, damit die Raupen zerquetscht werden. Leider sind die Gespinste recht dicht, so dass Vögel kaum Chancen haben an die Räupchen zu kommen. An größeren Bäumen, wo ein Wegschneiden nicht möglich ist, hat es sich bewährt die Gespinste mit einem Stock auseinander zu ziehen. Dann fallen die Raupen heraus bzw. können die Vögel und auch Wespen besser an die Schadtiere gelangen.

Grüne Raupe auf einem Blatt

Braune Raupe

Gartentipp
Obstgehölze zeigen Blasen
4. Mai 2027

Johannisbeerblasenlaus

Aufgeregte Freizeitgärtner wenden sich an die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie, wenn Pfirsich und Nektarine, Johannisbeere und Rebstock blasige Blätter aufweisen. Häufig sind die Veränderungen zusätzlich rot verfärbt, so dass sie besonders auffallen.

Auch wenn das Bild an den unterschiedlichen Obstgehölzen recht ähnlich erscheint, sind die Verursacher ganz verschieden. Ein Pilz oder kleine Tiere sind die Schaderreger.

Blasen an den Blättern des Pfirsichs

Viele Pfirsichbäume zeigen jetzt im Frühjahr stark gekräuselte, rötlich eingefärbte Blätter. Erkrankte Blätter erscheinen manchmal dick, sind fleischfarbig bis dunkelrot eingefärbt und werden brüchig. Schließlich vertrocknen die Blätter und fallen ab. Durch die geringere Fotosyntheseleistung über die Jahre wird die Pflanze geschwächt und kann die Früchte nicht mehr richtig ernähren. Sie fallen zum Teil auch ab. Das ist das Schadbild der Kräuselkrankheit.

Die Infektion erfolgt bereits bei Knospenschwellen im Januar und Februar. Dabei werden Pilzsporen bei feuchter Witterung zwischen die jungen Blättchen in den Knospen gespült, wo sie dann auskeimen. Problematisch ist nur, dass man in den Wintermonaten nicht an Pflanzenschutzmaßnahmen denkt und das Knospenschwellen sehr witterungsabhängig ist. Durch milde Winter mit viel Niederschlag sind die Schädigungen stark ausgeprägt. Eine Bekämpfung nicht mehr möglich, sobald Sie Symptome erkennen. Dann können Sie nur noch versuchen die befallenen Blättchen schnell zu entfernen, damit sich keine neuen Pilzsporen bilden, die dann an den Zweigen überwintern.

Beim regelmäßigen Schnitt zur oder nach der Blütezeit schneidet man schon einen Teil der infizierten Blätter mit weg. Versuchsweise könnte man den Pfirsichbaum, zumindest in wärmeren Gegenden, auch im Herbst schneiden, um weiteres Infektionspotential zu entfernen. Leider gibt es keine Sorte, die von der Kräuselkrankheit komplett verschont bleibt. ‘Benedicte‘, ‘Fruteria‘ und ‘Weinbergspfirsich‘ sind jedoch weniger betroffen.

Blasen an den Blättern der Johannisbeere

An den roten Johannisbeeren fallen blasige und rot gefärbte Aufwölbungen an den grünen, sich entfaltenden Blättern auf. Auf der Blattunterseite entdeckt man dann grünliche Johannisbeerblasenläuse. Durch deren Saugtätigkeit entstehen die Aufwölbungen und Verfärbungen. Meist stört der Befall nur das Auge. Das Wachstum der Sträucher ist nicht eingeschränkt. Starkbefall jedoch könnte zu Blattfall führen. Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen bereits zum Austrieb und zerdrücken Sie einfach die ersten Läuse oder entfernen Sie die Blättchen. Nützlinge wie Marienkäfer und deren Larven sind gefräßige Blattlausvertilger, so dass die Verursacher der roten Blasen oft schon gefressen sind, wenn der Schaden auffällt. Die Läuse können auch auf andere krautige Pflanzen gewandert sein und kommen dann im Herbst zurück an die Johannisbeere, wo sie an den Trieben ihre Eier ablegen. Daraus schlüpfen dann, mit dem Entfalten der jungen Blätter, wieder neue Läuse.

Blasen an den Blättern des Rebstockes

Auch an den Weinstöcken entdeckt man ein ähnliches Phänomen: pockenartige gelbliche oder rötliche Erhebungen auf den jungen Blättern. Das ist die Rebenpockenmilbe, die durch ihre Saugtätigkeit die Blätter zur Entwicklung von Pocken und Haarfilz anregt. Auf der Unterseite der Pocken hat sich ein Haarfilz gebildet, in dem zunächst die Schadmilben und später auch die Raubmilben sitzen. Bei geringem Befall ist der Schaden nur optisch. Ist der Befall sehr stark, könnten sogar die Blüten befallen werden. Bemerken Sie nun die Pocken auf Ihrem Weinstock, dann entfernen Sie die befallenen Blätter, um eine zweite Milbengeneration zu reduzieren.

Fleischfarbene Blasen an grünen Blättern

Hand entfernt Blätter mit roten Blasen

Weiße Blasen auf Rebblättern

Zauberhaft in Pink und rosa – bayerischer Feenstaub
27. April 2026

Feenzauber - bayerische Pflanze des Jahres 2026

Jedes Jahr wird von den bayerischen Gärtnern eine Zierpflanze des Jahres gewählt. Diese ist dann in vielen Mitgliedsbetrieben des Bayerischen Gärtnereiverbandes erhältlich. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen diese besondere sommerliche Pflanze vor.

Spezielle Zierpflanzen, die in Optik und Verwendung überzeugen, erhalten einen originellen Namen und dürfen sich „Bayerische Pflanze des Jahres“ nennen.

Zauberglöckchen der besonderen Art

Zauberglöckchen (Calibrachoa) sehen mit ihren trichterförmigen Blüten aus wie kleinblütige Mini-Petunien. Doch sie sind robuster und in der Pflege einfacher als Petunien. Gegenüber Wind, Regen und auch Hitze sind Zauberglöckchen unempfindlicher. Die Blüten werfen sie selbständig ab, wohingegen Petunien ausgeputzt werden. Klebrige Blätter wie bei Petunien sucht man vergebens. Zauberglöckchen wachsen meist in einem dichten Blütenteppich.

Mit einer riesigen Blütenfülle während des Sommers überzeugt „Feenstaub – das zauberhafte Glöckchen“. In großen Pflanzgefäßen und Ampeln entwickeln sich kompakte Kugeln, über und über mit pink und rosa Trichterblütchen besetzt. Feenstaub wuchert nicht, bis Ende des Sommers hängen die Triebe etwa 20 bis 30 Zentimeter über den Gefäßrand. Ein absolutes Highlight auf Balkon und Terrasse!

Da es sich um eine besonders schöne Sorte handelt, wurde „Feenstaub“ von bayerischen Gärtnern zur bayerischen Pflanze des Jahres gewählt. Dieses Zauberglöckchen ist nicht in Gartencentern oder Baumärkten erhältlich, sondern nur in teilnehmenden Gartenbaubetrieben des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes ab dem „Tag der offenen Gärtnerei“ am 25.04.2026.

So fühlt sich „Feenstaub“ wohl

Optimal ist ein Platz in der Sonne oder im Halbschatten. Wobei sich bei einem sonnigen Standort mehr Blüten bilden. Bei sommerlicher Hitze freut sich die Pflanze über ausreichend Wasser. Dauernass darf die Erde jedoch nicht sein, da sonst die Wurzeln absterben. Mit einer regelmäßigen wöchentlichen Gabe eines Flüssigdüngers oder eines Langzeitdünger bei der Pflanzung blüht „Feenstaub“ bis in den Spätsommer hinein.

Sommerliche Kombinationen

„Feenstaub“ wirkt nicht nur wunderschön als einzelner großer Blütenball, auch Kombinationen sind möglich. Achten Sie jedoch darauf, dass die Kombinationspartner nicht zu stark wachsen und dominieren. Sonst würden sie das Zauberglöckchen verdrängen. Leider interessiert „Feenstaub“ Insekten nur mäßig. Deshalb eignen sich Zusammenstellungen mit bienenfreundlichen Pflanzen. Besonders beliebt bei Bienen und anderen Bestäuberinsekten sind beispielsweise Ziersalbei, Fächerblume (Scaevola), Zweizahn (Bidens) und viele Kräuter.

Hier erfahren Sie weiteres zum „Feenstaub“ sowie zu den Bezugsquellen Externer Link

Zwei Kübel mit Zauberglöckchen in Pink-Rosa

Junger lachender Mann hält den Arm voll pink-rosa Blüten

Die Gartenbohne – Giftpflanze des Jahres 2026
20. April 2026

Grüne Stangenbohne

Hülsenfrüchte, ein beliebtes Nahrungsmittel, punkten durch ihren hohen Eiweißgehalt. Um so verwunderlicher mag es scheinen, dass die Gartenbohne die Giftpflanze des Jahres 2026 ist. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen das beliebte Gemüse vor.

Ob Buschbohne, Stangen- oder Feuerbohne, sie findet man in fast allen Nutzgärten. Die Ernte des typischen Sommergemüses läuft bis in den Frühherbst.

Gartenbohnen im Garten

Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris) sind wärmeliebende einjährige Pflanzen. Die optimalen Bedingungen zum Keimen und Wachsen liegen zwischen 18 und 25 ° Celsius. Deshalb dürfen die Pflanzen auch erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie. Empfehlenswert ist die Horstsaat. Hierbei werden etwa 5 bis 10 Körner je Horst im Abstand 60 x 25 bis 30 cm gelegt und maximal zwei bis drei Zentimeter mit Erde bedeckt. Ein Vorziehen in Töpfchen im Haus ab Anfang Mai ermöglicht einen Wachstumsvorsprung, gerade dann, wenn die Böden noch recht kalt und sehr nass sind. Zudem hilft es auch gegen den Befall der Bohnenfliege. Die Maden fressen gerne die keimenden Bohnenkerne. Keimen Sie gegebenenfalls die Samen bei etwa 20 °C vor und pflanzen Sie Mitte Mai. Das Anhäufeln ab einer Höhe von ca. 15 cm stärkt die Standfestigkeit.

Bohnen benötigen einen lockeren, humosen, sandig-lehmigen Boden ohne Staunässe und Verkrustungen. Eine ausreichende und gleichmäßige Bodenfeuchte wirkt sich günstig auf Wachstum, Blüten- und Fruchtbildung aus, bei Verdichtungen und Nässe im Boden jedoch sterben die Wurzeln ab. Das Mulchen (z.B. mit Rasenschnitt) schützt zudem vor Unkraut, hält den Boden gleichmäßig warm und feucht. Zudem werden langsam und gleichmäßig Nährstoffe abgegeben.

In heißen und trockenen Sommern schädigen hohe Ozonwerte und starke Sonneneinstrahlung manchmal die Laubblätter. Bei Temperaturen über 30 °C bilden sich manchmal keine Blüten und Hülsen oder diese werden unangenehm fädig. Hier ist eine ausreichende Wasserversorgung wichtig, um die Schäden zu reduzieren bzw. minimieren.

Gartenbohnen gehören zu den Hülsenfrüchten (Leguminosen). Das besondere ist die Symbiose der Wurzeln mit Knöllchenbakterien, die den Stickstoff aus der Luft binden, umwandeln und als pflanzenverfügbaren Nährstoff an die Pflanze weitergeben. Die Düngemenge reduziert sich damit.

Gartenbohnen-Vielfalt

In den Gärten stehen Busch- oder/ und Stangenbohnen. Je nach Sorte besitzen sie nicht nur grüne, sondern auch gelbe, blaue oder mehrfarbige Hülsen. Buschbohnen wachsen nur etwa 50 cm hoch und buschig. Eine Aussaat, auch als zweiter Satz, ist bis Anfang Juli möglich. Geerntet wird dann bis zum Frost.

Stangenbohnen lassen sich länger ernten, der Start beginnt jedoch auch später. Sie benötigen ein hohes Rankgerüst. Denken Sie daran, dass es nur so hoch wird, wie Sie ohne Leiter ernten können. Die Ranken können auch über Schnüre weitergeleitet werden. Stangenbohnen benötigen einen eher warmen, sonnigen und windgeschützten Platz. Feuerbohnen wachsen wie andere Stangenbohnen, sind jedoch robuster, weshalb sie auch in kühleren Lagen, aber auch höheren Temepraturen zum Erfolg führen. Die rankenden Bohnen lassen sich auch gestalterisch nutzen: sie erheben sich im Gemüsebeet oder sie sind grüner Sichtschutz. Rankende Bohnen eignen sich für ein Milpa-Beet. Die Bohnen nutzen Zuckermais als Stütze, während die Kürbispflanze am Boden wächst und ihn beschattet. Alle Pflanzen profitieren vom Stickstoff der Leguminose.

Gartenbohne als Giftpflanze

Die Giftpflanze des Jahres wird seit dem Jahr 2004 vom Botanischen Sondergarten Wandsbek organisiert. Dabei wird über die giftige Wirkung einiger Pflanzen auf Menschen und Tiere informiert. In den Gärten oder der Natur sollen sie aber verbleiben.

Gartenbohnen gehören zur Gattung „Phaseolus“ und enthalten ein giftiges Lektin (eine Eiweiß-Kohlenhydrat-Verbindung), das Phasin genannt wird. Beim Kochen der Hülsen von mindestens 10 bis 15 Minuten wird dieser Stoff zerstört und das Gemüse ist ohne Beschwerden genießbar. Fazit: Bohnen nicht roh essen!

Weitere Inforamtionen zu Buschbohnen (Phaseolus vulgaris)

Junge Stangenbohnen am Rankstab

Gelbe Buschbohnen

Bohnenvielfalt in grün, blau und gelb in einer blauen Kiste

 

Rhabarberzeit beginnt
13. April 2026

Rhabarber im Frühjahr

Die Blätter des Rhabarbers werden immer größer und die Stiele kräftiger. Bald ist Erntezeit! Rhabarber schmeckt nach Obst und wird auch wie Obst verwendet und trotzdem ist der Rhabarber Rheum rhabarbarum ein Gemüse, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Zum Frühling und Frühsommer gehört Rhabarber dazu. Wer keinen Garten hat, wird auf dem Wochenmarkt und in vielen Lebensmittelgeschäften fündig. Beliebt ist die Verarbeitung der säuerlichen Stangen zu Kompott und Kuchen.

Rhabarberernte im Garten

Im Garten beginnt die Rhabarberernte meist im Mai, manchmal auch schon Ende April. Warme Tage und ausreichende Bodenfeuchte lassen das Gemüse kräftig sprießen. Kalte Temperaturen verzögern die Ernte. Doch da helfen einige Tricks: ganz klassisch geht es mit sogenannten Rhabarbertöpfen aus Ton, die über die jungen Rhabarberaustriebe gestülpt werden. Die Stangen erscheinen dann ganz hell und zart. Auch Vlies schützt vor Frost und Kälte und wird locker und doch fest verankert aufgelegt, dass sich die Blätter entfalten können. Diese Maßnahmen könnte man bereits ab Februar durchführen, um schon im April frischen Rhabarber zu ernten. Als typisches Saisongemüse endet die Ernte am 24. Juni. Dann braucht die Pflanze wieder Zeit zum Kräftesammeln, um im nächsten Jahr erneut üppig und mit starken Stangen auszutreiben. Trotzdem können Sie einzelne Fruchtstängel weiterhin verwenden, wenn die Pflanze sehr stark wächst.

Ernten Sie nur dickere und mittelstarke Rhabarberstiele. Die Blätter sind zum Erntezeitpunkt nicht mehr wellig, sondern schon ziemlich glatt ausgebreitet. Mit einem kräftigen Drehen des Stängels an seiner Basis löst man ihn von der Pflanze. Beim Schneiden besteht die Gefahr, dass das verbleibende Stängelstück fault. Die Anzahl der Erntemenge ist von der Pflanzengröße abhängig. Am besten bleiben noch zwei Drittel der Rhabarberstiele stehen. So kann sich die Pflanze erholen und weitere neue Erntestangen bilden. Entfernen Sie gleich nach der Ernte die großen Blätter vom Stiel. Dann bleiben die Stängel knackig und frisch. Zerkleinerte Blätter können auf den Kompost oder auch als Mulchmaterial auf Beete oder unter Sträuchern verteilt werden.

Rhabarber wächst im Garten

Rhabarber besitzt ein unteririsches dickes und frosthartes Rhizom mit fleischigen Wurzeln. Wie auch bei anderen Stauden ziehen im Herbst die Blätter des Rhabarbers ein, um nach einer Ruhepause im Winter bei steigenden Temperaturen wieder auszutreiben. Die Pflanze benötigt relativ viel Wasser und für die Nährstoffversorgung wird zum Austrieb z.B. mit Kompost und etwas Hornmehl gedüngt. Rhabarber gehört zu den Knöterichgewächsen.

Der Anbau im Garten ist recht einfach. Als Tiefwurzler benötigt er bei einer Neupflanzung eine gründliche und tiefe Bodenbearbeitung. Mittlere bis schwere, gut mit organischer Substanz versorgte und wasserhaltende Böden eignen sich besonders. Auch wenn die Pflanze viel Wasser benötigt, verträgt sie undurchlässige und staunasse Böden nicht. Junge Rhabarberpflanzen setzt man im Frühjahr oder Herbst in den Garten. Das Teilen eines älteren und großen Rhabarberstockes erfolgt im Oktober. So können sich bis zum Winter noch ausreichend Wurzeln bilden. Planen Sie im Halbschatten oder in der Sonne pro Pflanze einen Platzbedarf von einem Quadratmeter ein.

Immer wieder bilden sich mächtige Blütenstände mit weißen Einzelblütchen. Damit die Pflanze nicht viel Kraft verliert ist es besser die Blüten wegzuschneiden, besonders während der Erntezeit. Allerdings tummeln sich verschiedene Insekten an der Blüte, die man nun in Ruhe beobachten kann.

Weitere Informationen zu Rhabarbe

Mit der Schere durch den Garten
6. April 2026

Starker Rückschnitt von Lavendel

Nun sind die Letzten dran – so manches wird jetzt noch zurückgeschnitten. Die Fachleute der Bayerische Gartenakademie geben Tipps, welche Pflanzen sich über einen Rückschnitt im April freuen.

 

Lavendel und Salbei schneiden

In vielen Gärten stehen vergreiste, stark auseinanderfallende und verholzte Lavendel. Sie wurden nicht jährlich geschnitten. Normalerweise schneidet man nicht in das alte Holz zurück, da die Gefahr besteht, dass der Lavendel nicht mehr austreibt. Doch oft zeigt die Pflanze schon selbst, dass ein Rückschnitt gar nicht schadet. Kleine, junge Triebe wachsen aus den stark verholzten Zweigen. Bis hierhin ist es möglich die Schere anzusetzen. Bei Salbeipflanzen, die schon lange im Garten stehen können Sie ähnlich verfahren.

Normalerweise schneidet man bei Lavendel und Salbei jährlich die neuen Triebe mit dem silbrig-grauen Laub um zwei Drittel bis kurz vor dem Übergang in die verholzte Basis zurück. Ein leicht kugelförmiger Schnitt führt zu einem buschigen Strauch. Probieren Sie es aus: Schneiden Sie beim Salbei nur die Hälfte zurück und lassen die andere wachsen. Diese bildet schon bald Blüten, die sehr gerne von Hummel, Biene und Co. besucht werden. Nach der Blüte wird dann dieser Teil geschnitten.

Schnitt von Bartblume und Blauraute und anderen

Wie auch Lavendel und Heiligenkraut (Santolina) gehören Bartblume (Carypoteris) und Blauraute (Perovskia) zu den sogenannten Halbsträuchern. Sie nehmen eine Zwischenstellung von Staude und Gehölz ein. Sie sind ausdauernde Pflanzen, die unten verholzen, die Zweige der aktuellen Vegetationsperiode jedoch nicht. Neuaustriebe bilden sich aus den holzigen Pflanzenteilen. Die Blüten und Früchte/Samen entstehen an den diesjährigen Trieben. Ganz frosthart sind Halbsträucher nicht und in kalten Wintern sterben die grünen Triebe ab. Jetzt im April sind die strengen Fröste vorbei und es erfolgt der Rückschnitt bis kurz über dem letztjährigen Schnitt. Zum einen werden abgestorbene Teile entfernt und zum anderen verjüngt man die Pflanze, die dann an den jungen und kräftigen Neutrieben schöne Blüten bilden.

Rosen schneiden und korrigieren

In der Hochblüte der Forsythie ist noch Zeit die Rosen zu schneiden. Dass sie schon ausgetrieben haben, ist kein Problem. Auch wenn der eigentliche Rosenschnitt vielleicht schon ein paar Wochen zurück liegt, sind jetzt Korrekturen möglich. Nicht selten sind Rindenschäden in Form dunkler oder silberfarbener Flecke erkennbar. Befallene Triebe werden entfernt, um einem weiteren Befall vorzubeugen. Vielleicht stehen die Rosentriebe noch u dicht. Auch das Auslichten ist problemlos möglich.

Pfirsiche schneiden

Ein jährlicher starker Rückschnitt des Pfirsichbaumes fördert die ständige Neubildung von Fruchttrieben und verhindert gleichzeitig das Vergreisen der Krone. Der Pfirsich verträgt einen Schnitt während der Blüte. Zu diesem Zeitpunkt sind die einzelnen Triebarten am besten zu erkennen und die Wundverheilung erfolgt zügig. Holztriebe sind lange, kräftige Triebe, die ausschließlich Blattknospen entwickeln. Sie braucht man für die Trieberneuerung und schneidet sie auf ein bis drei Augen zurück. „Wahre Fruchttriebe“ sind ebenfalls kräftige Langtriebe, die bei den Blattknospen auch Blütenknospen stehen haben. Hier kürzt man ein, dass etwa vier bis sechs Knospenansätze stehen bleiben. Ganz weggeschnitten oder bis auf maximal zwei Augen eingekürzt werden „falsche Fruchttriebe“, die nur Blüten(knospen) besitzen. Gute Früchte entstehen an Kurztrieben an mehrjährigem Holz, die an der Spitze Blütenknospenbüschel stehen haben. Es sind die sogenannten Bukett-Triebe, die nicht geschnitten werden. Aber auch nach der Blüte ist ein Schnitt möglich, da sich dann der Fruchtbehang einschätzen lässt.

Und was noch?

Grundsätzlich können Sie noch weiterhin alles Kranke von Sträuchern und Bäumen wegschneiden. Auch mögliche Frostschäden können Sie problemlos entfernen, damit die Pflanze kräftig weiterwächst.

Nach der Blüte lichten Sie frühlingsblühende Sträucher wie Forsythie, Ranunkelstrauch und andere aus. Dabei entfernt man alte und schwache Triebe bodennah. Dies fördert die Vitalität des Gehölzes und die Blüte im nächsten Jahr.

Auch der Sommerflieder oder Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii) erhält nun seinen jährlichen Schnitt. Durch die Stärke des Rückschnitts kann die Blütezeit variieren. Besonders große Blüten bilden sich an kräftigen Peitschentrieben. Bei einem geringen Rückschnitt und somit vielen Kurztrieben bleiben die Blütenrispen kleiner.

Lavendel nach starkem Rückschnitt

Kleiner Strauch nach dem Schnitt

Frühlingsernte – frisch, vielfältig und regional
30. März 2026

Kräuterernte Frühling

Es ist Frühling! Überall spitzt frisches Grün und auch im Garten geht es los mit dem Säen und Pflanzen von erstem Gemüse. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps, wie Sie erfolgreich in die Frühlingssaison starten.

 

Frische Kräuter zum Osterfest

Mit frischem Grün verschiedener Kräuter können Sie die Osterspeisen würzen. Kräuter bieten im Frühling schon die ersten Vitamine gegen den Winterblues. Ein paar Pflanzen spitzen im Garten aus der Erde, andere bietet der Handel im Topf an. Traditionell gibt es am Gründonnerstag Eierspeisen mit grünen Zutaten. Meist Spinat, kann er doch mit jungen Brennnessel- und Gierschblättern aus dem „wilden Eck“ des Gartens ersetzt oder angereichert werden. Für die „Grüne Soße“ finden die feingehackten Kräuter Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch Verwendung; anderenorts auch mit Dill und Zitronenmelisse.

Nutzen Sie auch für den Osterbrunch frische Kräuter. Schnittlauch, Petersilie und Kresse werden oft als Garnierung verwendet, aber auch die feinen Triebe des Gewürzfenchels. Für das Brot mit Kräuterbutter verwenden Sie Kräuter, die Ihnen zur Verfügung stehen. Vieles treibt neu und frisch. Junge Austriebe der Zitronenmelisse geben einen fruchtigen Frischeton. Auch Sauerampfer und überwinterte junge Borretschblätter oder Petersilie sowie die ersten Schnittlauchhalme, Blätter der Wilden Rauke und der Pfefferminze, des Oregano kann man gut nutzen. Der Bärlauch schiebt kräftige Blätter. Er ergänzt mit Knoblaucharoma, wirkt aber nicht aufdringlich. Fehlt die Frühlingssonne und kalte Temperaturen stoppen das Wachstum, können Sie in kälteren Regionen Vlies über die Kräuter legen. Das regt das Wachstum der Kräuter an. Rosmarin, Thymian, Salbei sind ganzjährig verfügbar.

Viele Wildkräuter bringen ebenfalls Würze in den Speiseplan. Gerade wenn sie jung aus der Erde kommen, sind die Blättchen noch zart und schmackhaft. Dazu gehören beispielsweise Knoblauchsrauke, Löwenzahn, Brennnessel und Giersch, deren junge Blätter in der Küche, z.B. in Salaten, verwendet werden können. Dekorativ schmücken die Blüten von Gänseblümchen und Veilchen. Ganz nach dem Motto: iss dein „Unkraut“ einfach auf!

Kräuter eignen sich auch gut als kleines Ostergeschenk. Sei es getrocknet, selbst vermehrt oder als Pflanzen gekauft. Kräuter würzen nicht nur unser Essen. Durch den Duft wirken Sie auch auf unser Gemüt und heben die Stimmung. Wenn sie später blühen, sind sie wahre Insektenmagnete und locken Bienen und andere Insekten in den Garten oder auf den Balkon. Verschenken Sie mit Kräutern würzige grüne Osterfreude, auch mal etwas Ausgefallenes – an Familie, Freunde und an sich selbst!

Jetzt säen und pflanzen – rasch ernten

Säen Sie nun Früh-Möhren und Radieschen, Kresse und Rauke ins Gartenbeet oder Hochbeet sowie in große Gefäße. Sie keimen schnell und sind in ein paar Wochen erntefähig. In Reihen gesät ist dazwischen noch Platz für Salate. Besonders praktisch sind Salate in Erdpresstöpfen. So setzt man schon junge Pflänzchen ins Beet, die rasch an- und weiterwachsen. Besonders schnell geht es bei Pflücksalaten (Eichblatt- und Lollo-Salaten). Hier muss man nicht warten bis sich ein Kopf gebildet hat, sondern entfernt stets die äußeren Blätter einzeln. Da es grüne und rote Sorten gibt, wird der Salat auch gleich bunt. Auch Kohlrabi gehört zum klassischen Frühlingsgemüse, das gepflanzt wird. Weitere Aussaaten sind Erbsen, Puffbohnen und Spinat sowie Frühkohle zur Pflanzung.

Nachts sinken die Temperaturen oft noch leicht unter den Gefrierpunkt. Hier hat sich eine Vliesauflage bewährt. Vlies ist ein spinnwebenartig vernetztes Kunststoffmaterial mit sehr geringem Eigengewicht (z. B. 17 g/m²), das flächig wasser- und luftdurchlässig ist. Bei starker Abkühlung bildet sich durch aufsteigende Bodenfeuchtigkeit eine dünne Eisschicht, welche die Abstrahlung von Bodenwärme verhindert und dadurch die Pflanzen noch bei -5 °C Außentemperatur schützt. Tagsüber wird die in den Boden eingestrahlte Sonnenenergie gespeichert, der Boden und die bodennahe Luftschicht erwärmt.

Auch frisch gepflanzte Kräuter benötigen Kälteschutz, da sie in Gewächshäusern vorgezogen worden sind und keine Minusgrade vertragen. Schon bald Übrigens: das vielgeliebte Basilikum ist besonders kälteempfindlich und bleibt bis Mitte Mai noch auf der hellen Fensterbank.

Osternest aus Naturmateralien mit hellen Eiern und Kräutertöpfen

Schnittlauch und Waldmeister

Kleine Möhrensamen auf einer Hand

Grüne Pflücksalatjungpflanzen in einem Gefäß

Roter Pflücksalat, Rauke, Petersilie in einer Bäckerkiste gepflanzt

 

Gartentipp
Ehrentag für oft „ungeliebte“ Kräuter
23. März 2026

Giersch

Noch sind sie oft klein und unscheinbar, doch bald wachsen sie und beherrschen den Garten. Für die einen ist es ein Horrorszenario aus zu bekämpfenden Unkräutern, während andere sich über schmackhafte Wildkräuter freuen und diese aufessen. Wichtig ist das Wissen um die ungeliebten Kräuter, machen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie aufmerksam.

 

Tag des Unkrautes

Was gibt es nicht alles für Ehrentage…. So ist der 28. März weltweit der Ehrentag des Unkrautes. Seit 2023 gibt es diesen Tag, der Pflanzen in den Mittelpunkt setzt, die spontan auftauchen über Samenpotential im Boden oder über Zuflug erscheinen. Je nach eigenem Ansinnen gibt es Unkräuter, Beikräuter, unerwünschte Kräuter, Wildkräuter….. Sie können sehr lästig sein, tragen aber auch zur Biodiversität in Gärten bei.

Wildkräuter in Zaum halten

Trotz kalter und frostiger Temperaturen, auch Kahlfrösten, sind manche Unkräuter wie das Gemeine Kreuzkraut, die Vogel-Sternmiere, einjährige Rispe und Ehrenpreis-Arten grün geblieben. Niedrige Temperaturen schaden diesen Pflanzen keineswegs. Sie wachsen in milden Wintern sogar weiter und säen sich zeitig im Frühjahr aus. Die Keimfähigkeit der vielen Samen bleibt sogar über Jahre bestehen. Wenn die Bedingungen stimmen und die Samen bestimmte Reize bekommen, tauchen Wildkräuter auf, die man im Garten schon ausgerottet glaubte. Unterschätzen Sie also die Ausdauer und Ausbreitungsfreudigkeit nicht! Entsorgen Sie deshalb blühende Exemplare in der Biotonne. Noch ganz junge und nicht blühende Polster kann man eventuell nach dem Ausreißen als Mulchmaterial liegen lassen, wenn der Boden trocken ist und es einige Zeit nicht regnet.

Wurzelunkräuter sind tückisch. Giersch, Quecke, Schachtelhalm und Ackerwinde zeigen sich im zeitigen Frühjahr oberirdisch noch nicht bzw. wenig (Brennnessel). Jedoch entwickelt sich im Boden schon ein dichtes Geflecht. Bei steigenden Temperaturen treibt das Grün rasch aus. Zum Jäten ist die Grabgabel bestens geeignet, damit die Wurzeln möglichst ganz bleiben. Jedes kleine Wurzelteilchen kann wieder zu wachsen beginnen. Natürlich ist dies eine mühselige Prozedur, weil Sie den Vorgang nach zwei bis drei Wochen wiederholen sollten. Doch wer beharrlich bleibt, bekommt auch das hartnäckigste Wildkraut in den Griff. Die ausgegrabenen Wurzeln entsorgen Sie dann in die Biotonne und nicht auf den Kompost, damit sie dort nicht munter weiterwachsen.

Iss dein Unkraut auf

Manche Kräuter wie die Rosetten des Behaarten Schaumkrautes und der Knoblauchsrauke oder die Blätter von Giersch und Brennnessel eignen sich vor allem im jungen Zustand als Grünwürze für Salate oder gedünstet als Spinatersatz. Die schönsten sammelt man vor dem Jäten extra ein und verwendet sie in der Küche bei Salaten, in einem würzigen Schmand-Dipp oder auch für Kräuterbutter. Geeignet sind auch die Blüten der Gänseblümchen und Veilchen sowie die Blätter von Löwenzahn und Vogelmiere. Dann schmeckt man schon den Frühling!

Brennnessel und Giersch können viel

Bei der Brennnessel spalten sich die Gemüter. Sehr hartnäckig verbreitet sie sich besonders auf stickstoffreichen Böden über Samen und Wurzelausläufer im Garten aus, wenn ihr nicht Einhalt geboten wird. Doch junge Austriebe eignen sich als Spinatersatz oder kommen kleingehackt ins Futter von Hühnern. Die Brennnessel ist aber auch Futterpflanze für die Raupen zahlreicher Schmetterlingsarten wie Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs. Die Brennnessel-Jauche wird gerne als organischer Flüssig-Dünger verwendet. In größeren Gärten sind einzelne Brennnesselecken möglich. Das Pflanzen in große Gefäße verhindert den Ausbreitungsdrang der Rhizome.

Gefäßpflanzungen sind auch beim Giersch möglich. Sammelt man regelmäßig und konsequent junge Blättchen als Kräuterbeigabe für den Salat oder für Pesto zu Nudeln ist es sogar möglich den Giersch in den Beeten auszurotten. Für Insekten sind jedoch die weißen Doldenblüten interessant. Diese gilt es abzuschneiden bevor sich Samen bilden.

Beikräuter für mehr Biodiversität

Andere Wildkräuter sind weniger aggressiv und bringen jede Menge Biodiversität und Farbe in den Garten. Dazu gehören zum Beispiel die Echte Kamille, Schlitzblättriger Storchschnabel, Klatschmohn, Acker-Stiefmütterchen, Sommer-Adonisröschen, Kornblumen, Kornrade, Acker-Rittersporn und auch Borretsch. Durch einjährige Blumenmischungen kommen dann Sommerblumen wie Ringelblumen, Bienenfreund (Phacelia), Schmuckkörbchen (Cosmea) oder Jungfer im Grünen (Nigella) und Sonnenblumen hinzu, die sich gerne im ganzen Garten ausbreiten. Sie samen zwar fleißig aus, durch ihre langsame Entwicklung hat man sie jedoch gut im Griff, falls sie an unerwünschtem Ort aufkeimen. Notfalls kann man solche Sämlinge in möglichst jungem Zustand auch sehr leicht ausstechen und an andere Stellen setzen, wo sie mit ihren bunten Blüten erfreuen.

Zwei verschiedene Wildkräuter im Beet

Grüne Blattpflanze im Beet

Grüne Blattpflanze mit vielen kleinen Blättchen

Vogelmiere und Feldsalat im Gewächshaus

Junge Brennnesseln

Blattpflanze mit weißen Blüten im Beet

Ran an die Erdbeeren!
16. März 2026

Zeit für die Erdbeerpflege im Frühjahr

Die Temperaturen liegen oft schon im zweistelligen Bereich und der Boden ist abgetrocknet. Nach dem Winter benötigen die Erdbeerpflanzen Pflege, damit sie in ein paar Wochen wohlschmeckende Früchte bieten können. Was jetzt zu tun ist, berichten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Wenn sich der Frühling ankündigt, erwachen auch die Erdbeerpflanzen im Gartenbeet aus dem Winterschlaf. Überwinterte Erdbeerpflanzen sollen gesund und kräftig in die neue Saison starten.

Erdbeerpflanzen im Winter

Größere Fröste sind vorbei. Wenige Grad unter null vertragen die Erdbeerpflanzen problemlos, auch ohne Vliesabdeckung. Wird es aber doch noch frostig, so ist ein derartiger Schutz empfehlenswert, besonders, wenn Wind dazukommt und die Pflanzen in Töpfen oder anderen Gefäßen stehen. Ein stetiger Wechsel zwischen milden Temperaturen und Frost bekommt den nun aus dem Winterschlaf erwachenden Erdbeerpflanzen schlecht.

Jetzt hängen an den Pflanzen viele braune und dürre Blätter. Das Erdbeerlaub verfärbt sich über den Winter und stirbt schließlich ab. Dies ist gleichzeitig ein Winterschutz für die Pflanze, damit aus dem empfindlichen Rhizom wieder neue Laubblätter bilden können.

Erdbeerpflege im Frühjahr

Spät im letzten Jahr gepflanzte Erdbeeren könnten durch Winterfröste „hoch gefroren“ sein. Diese werden dann in die Erde gedrückt, damit sie wieder Bodenkontakt haben und wurzeln können. Besonders wichtig ist nun das Durchputzen der Erdbeerpflanzen. Schiebt man die dürren Blätter zu Seite, erkennt man das zarte Grün, das vom Rhizom austreibt. Jetzt ist es Zeit das dürre Laub sorgfältig zu entfernen. Damit sorgen Sie für eine gute Pflanzenhygiene und verhindern eine mögliche Verbreitung von Krankheitserregern wie Falscher Mehltau, Grauschimmel und Blattflecken. Schneiden Sie mit der Gartenschere das alte Laubwerk einige Zentimeter über dem Boden ab. Saftig grüne Blätter, die gut über den Winter gekommen oder gar schon ausgetrieben sind, bleiben an der Pflanze. Das alte Blattwerk wird bei den einmaltragenden Erdbeersorten genauso entfernt wie bei mehrmals tragenden und die immertragenden Monatserdbeeren. Bei diesen ist der Rückschnitt des alten Laubs sowieso nur im Frühjahr sinnvoll, da Monatserdbeeren vom Frühsommer bis zum Frost immerzu Blüten und Früchte zur gleichen Zeit tragen. Entsorgen Sie den Rückschnitt in der Biotonne.

Die milde Witterung lässt das Unkraut sprießen, auch im Erdbeerbeet. Hacken Sie den Boden flach. Rechtzeitiges Jäten spart auch hier später viel Arbeit und der Boden wird gleichzeitig gelockert. Danach erfolgt eine leichte Düngung mit organischen Düngern wie Hornmehl oder Schafwollpellets, welche die Pflanzen mit Stickstoff versorgen und sich günstig auf das Bodenleben auswirken. Von der Düngung profitieren vor allem schwache Pflanzen oder Pflanzungen auf sehr leichten Böden. Nur eine kräftige Pflanze kann auch für die Früchte sorgen, deren Blüte schon im Vorjahr angelegt wurden.

Wer die Erdbeerernte ein paar Tage verfrühen will, legt ab Mitte März bis zur beginnenden Blüte ein Vlies oder eine Lochfolie über den Bestand. Das Mikroklima fördert vor allem in den kühleren Aprilwochen das Wachstum.

Überwinterte Kübelpflanzen fit machen
9. März 2026

Schmucklilie wartet auf Pflege

Lange Zeit standen sie im Winterquartier. Doch jetzt wird es höchste Zeit sich um überwinterte Kübelpflanzen zu kümmern, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Auch wenn die Arbeit draußen im Garten bei frühlingshaftem Wetter mehr Spaß macht, müssen wir uns dringend um die Kübelpflanzen kümmern, die während des Sommers wachsen und viele Blüten hervorbringen sollen.

Kübelpflanzen im Winterquartier

Im Winter haben es die mediterranen Kübelpflanzen schwer. Sie führen ein Schattendasein irgendwo im Keller, der Garage oder anderen Orten, die keine optimalen Überwinterungsmöglichkeiten bieten. Meist sind die Standorte zu warm und zu dunkel. Folglich treiben jetzt lange, dünne und schwache Triebe aus. Sie besitzen oft nur eine hellgrüne Farbe und knicken leicht um. Und nicht selten lassen sich erste Schädlinge entdecken, besonders dann, wenn es klebt. Blattläuse, Wollläuse und Napf-Schildläuse scheiden klebrigen Honigtau aus, der Rußtaupilze fördert. Ungünstige Lebensbedingungen sowie Schadorganismen schwächen die Pflanzen, die im Sommer wieder kräftig blühen soll.

Sofortige Pflegemaßnahmen

Gehen Sie am besten gleich mit Schere und Eimer an die Pflanze. Schneiden Sie vertrocknete oder auch faulige Triebe weg und kürzen Sie lange stark ein. Sorgen Sie für Luft und Licht in der Pflanze, damit dann auch die Neutriebe gut abtrocknen können. Aus den „Augen“ der verbleibenden Triebstücke entwickeln sich in den nächsten Wochen junge kräftige Zweige. Mit den Rückschnittmaßnahmen entfernen Sie gleichzeitig Schaderreger, die die ohnehin dünnen grünen Triebe zusätzlich schwächen würden.

Manche Pflanzen haben sehr viele trockene, manchmal auch feucht-faulige Blätter entwickelt. Oft sind sie mit Grauschimmelsporen, dem Schwächepilz Botrytis, behaftet. Entfernen Sie diese gründlich! Nun hat die Pflanze wieder Möglichkeiten frisch und gesund auszutreiben.

Kübelpflanzen mit neuem Schwung

Topfen Sie um, wenn dies schon länger nicht geschehen ist. Zu groß gewordene Horste, beispielsweise von Schmucklilie (Agapanthus) oder Indischem Blumenrohr (Canna), können Sie teilen. Dadurch verjüngen Sie die Pflanzen und geben ihnen neuen Schwung. Wie auch bei verholzenden Pflanzen z.B. Fuchsie, Wandelröschen und Pelargonie, befreien Sie den Wurzelballen von einem Teil alter Erde und kürzen, falls nötig, die Wurzeln etwas ein. Verwenden Sie zum Ein- bzw. Umtopfen neue, möglichst torffreie oder torfreduzierte Kübelpflanzenerde. Kübelpflanzenerden enthalten strukturstabile mineralische Anteile, damit das Substrat nicht stark zusammensackt. Dies ist besonders wichtig, da die Pflanzen mehrere Jahre im Topf wachsen sollen. Auch ist es möglich, vorhandene Blumenerde mit Splitt oder Tongranulat selbst zu mischen.

Es wird Zeit die Kübelpflanzen heller und wärmer zu stellen. Beginnen Sie dann auch mit dem Gießen. Bedenken Sie jedoch, dass eine Pflanze erst mehr Wasser benötigt, wenn sie grüne Blätter bildet, die verdunsten. Beginnen Sie auch bald mit leichtem Düngen, wenn Sie nicht umgetopft haben. Die Nährstoffe fördern das Wachstum und geben einen guten Start in den Sommer.

Härten Sie Ihre Kübelpflanzen rechtzeitig ab! Bei milden Temperaturen, auch schon im März und April, kommen sie – zunächst tagsüber – ins Freie an einen halbschattigen Platz. Auch sonnenliebende Pflanzen bekommen sonst Sonnenbrand durch die ungewohnten Strahlen. Für kalte Tage und vor allem Nächte legen Sie ein Vlies parat, mit denen Sie die Kübelpflanzen schützen können. Bei Frost räumen Sie besser ein. Diese arbeitsaufwendigere Methode lohnt sich besonders bei ungünstigem Überwinterungsquartier. Zum einen wachsen die Triebe kräftig heran und sie vertragen die Sonneneinstrahlung später besser. Auch fördern die kühlen Temperaturen im Frühjahr oft auch die Blütenbildung. Freuen Sie sich schon jetzt auf den sommerlichen Balkon und die Terrasse, umgeben von Ihren blühenden Schönheiten.

Kulturheidelbeeren schneiden
2. März 2026

Heidelbeere_ 'Bluecrop'

Heidelbeeren schenken uns nicht nur wohlschmeckende Früchte im Sommer, sie sind fast das ganze Jahr über attraktiv. Ein regelmäßiger Strauchschnitt sorgt für eine reiche Ernte, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Heidelbeeren eignen sich gut für Kübel, vor allem wenn der Gartenboden einen hohen pH-Wert aufweist. Denn die Pflanzen brauchen ein saures Boden-Milieu.

Zeit für den Rückschnitt

An den zwei- bis vierjährigen Trieben der Kulturheidelbeere wachsen die besten Früchte. Wenngleich sie weniger dicht als Johannis- und Stachelbeeren wachsen, ist dennoch ein regelmäßiger Schnitt nötig: altes Holz wird entfernt und die Pflanze zum Neuaustrieb angeregt. Die ältesten Triebe werden auf etwa fünf bis maximal zehn Zentimeter zurückgeschnitten. Schon allein durch das Entfernen dieser Äste bekommt die Pflanze mehr Luft und Licht im Inneren des Strauches. Entfernen Sie ebenso nach außen hängendes Holz oder sehr dünne Zweige. Sehr lange Triebe schneiden Sie auf einen Seitentrieb zurück. Wichtig ist auch das Abschneiden kranker, brauner und fleckiger Triebe. Ist der Stauch noch immer zu dicht, so greifen Sie auch von der Mitte aus korrigierend ein. Mit all diesen Maßnahmen halten Sie den Heidelbeerstrauch vital und in Form.

Der Rückschnitt der Heidelbeersträucher erfolgt im späten Winter oder zeitigen Frühjahr, wenn keine stärkeren Fröste mehr zu erwarten sind. Bei Jungpflanzen, die im letzten Jahr gepflanzt wurden, schneiden Sie erst im nächsten oder übernächsten Jahr störende und älteste Äste weg.

Das angefallene Schnittgut lässt sich gut verwenden. Kombiniert mit Tulpen oder anderen Schnittblumen entstehen wundervolle Frühlingssträuße. Die dünnen und verzweigten Ästchen der Heidelbeere geben dem Strauß eine besondere Struktur und zudem öffnen sich bei Zimmertemperaturen bald erste Blatt- und einzelne Blütenknospen.

Kulturheidelbeere: Attraktion im Garten

Kulturheidelbeeren benötigen einen sonnigen Standort sowie einen sauren Boden. Das Pflanzen in großen Kübeln ist deshalb zu empfehlen. Verwenden Sie Pflanzsubstrat, das sich auch für Rhododendren, Azaleen und Moorbeetpflanzen eignet. Kultivieren Sie mehrere Heidelbeeren, dann verbessert sich die Befruchtung und Sie haben die Möglichkeit die Reifezeit zu staffeln. Die Sortenvielfalt der Kulturheidelbeeren hat sich vergrößert. Zu den frühen Sorten gehört z.B. ‘Duke‘, gefolgt von ‘Patriot‘, ‘Goldtraube‘ und ‘Bluecrop‘ und schließlich ‘Darrow‘ und ‘Elisabeth‘ mit Reife im August. Da die Beeren nicht auf einmal, sondern nach und nach reifen, zieht sich die Ernte über mehrere Wochen hin. Das macht die Heidelbeere besonders attraktiv als Naschfrucht für den Frischverzehr. Durch die gesunden Inhaltsstoffe zählt die Heidelbeere zum „Superfood“ aus dem Garten. Doch auch für Balkon und Terrasse eignen sich Heidelbeeren. Spezielle Sorten bleiben kompakter und wachsen nur etwa 60 Zentimeter hoch, während andere rund 1,5 Meter hoch werden.

Zur Blütezeit im Mai, mit den vielen weißen glockenartigen Blüten, wirkt die Heidelbeere wie ein Magnet für Insekten, vor allem für Hummeln. Daraus entstehen viele gesunde Beerenfrüchte. Nach der Ernte färben sich die Laubblätter im Herbst Orange, feurig bis dunkelrot. Mit dem bunten Laub schmückt die Heidelbeerpflanze den Garten oder Balkon/Terrasse noch einmal. Kaum ein anderes Obstgehölz bietet neben den leckeren Früchten auch noch so eine überaus tolle Optik.

Weitere Informationen der Bayerischen Gartenakademie zu Kulturheidelbeeren

Blühende Heidelbeere im Topf

Blüte Heidelbeeren

Blaue Heidelbeerfrüchte am Strauch

Verfrühte Dahlienblüte
23. Februar 2026

Dahlienblüte pink

Dahlien sind beliebte Sommerblumen im Garten, da sie über einen längeren Zeitraum prachtvolle Blüten bilden, die auch in der Vase lange halten. Allerdings sind die Knollen frostempfindlich, so dass sie jedes Jahr im Herbst ausgegraben und im Frühjahr wieder neu gepflanzt werden. Treibt man die Dahlienknollen vor, so haben die Pflanzen einen Wachstumsvorsprung, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Wer die Möglichkeit zum Überwintern der Knollen hat, wird sich bei der Fülle der Dahliensorten immer wieder andere Sorten dazu holen. Im zeitigen Frühjahr sind die Auswahl und das Angebot bei den Händlern noch groß.

Riesige Dahlien-Auswahl

Dahlien sind keineswegs nur Pflanzen der älteren Generation. Durch die Sortimentsvielfalt trifft man sie wieder in vielen Gärten auf dem Land und in der Stadt an. Mit verschiedensten Blütenfarben und -formen sowie den unterschiedlichen Wuchshöhen schmücken sie ganze Beete oder füllen Lücken zwischen Prachtstauden. Kompakt wachsende Sorten eignen sich auch für Kübel und Balkonkästen. Dahlienblühen im (Spät-)Sommer und Herbst bis zum Frost. Beliebt sind die lange haltbaren Blüten auch als Vasenschmuck, gerne auch in Kombination mit anderen Sommerblumen. Zudem regt der regelmäßige Schnitt die Neubildung von Blütenknospen an. Viele Dahlienblüten, vor allem bei den ungefüllten oder wenig gefüllten Sorten, bilden Pollen und Nektar und ziehen unterschiedliche Insekten an.

Vorziehen schafft Vorsprung

Normalerweise werden die frostempfindlichen Knollen der Dahlien etwa Ende April, in kalten Regionen gar erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, in den Gartenboden gepflanzt. Stärkere Fröste sollten dann nicht mehr zu erwarten sein. Zudem besitzt der Boden meist noch ausreichend Feuchtigkeit, damit die Knollen gut austreiben können, bevor der trockene Sommer kommt. (Bei Bodentrockenheit nutzt kräftiges Angießen.) Nach einigen Wochen schieben die ersten grünen Spitzen aus dem Boden. Leider sind sie ein sehr willkommenes Schneckenfutter und benötigen rechtzeitig Schutz. Etwa ab Mitte Juli freut man sich über erste Blüten.

Sie wollen nicht so lange warten? Dann ziehen Sie die Dahlienknollen in Töpfen vor. Geschieht dies noch im Februar oder Anfang März, dann blühen die Dahlien schon ein paar Wochen früher im Sommer. Somit verlängert sich die Blütezeit bis zum ersten Frost im Herbst. Möchten Sie die Dahlien auch den Sommer über in Gefäßen kultivieren, verwenden Sie gleich die richtige Topfgröße. Ansonsten benötigen Sie Blumenerde und eine Topfgröße, in der die schrumpeligen Knollen gerade so hineinpassen. Großes Knollengewirr können Sie auch teilen. Verwenden Sie gesunde, unverletzte und kräftige Teile. Beim Pflanzen bedecken Sie die Knollen mit wenigen Zentimetern Substrat. Dabei weisen die verdickten Knollen nach unten und der abgeschnittene Stängel nach oben. Dann gießen Sie den Topf und stellen ihn hell auf eine kühle Fensterbank, in ein frostfreies Frühbeet oder Gewächshaus. Bis zum Auspflanzen im Mai haben sich kräftige grüne Triebe entwickelt, die für Schnecken weniger attraktiv sind. Kappen Sie später die Triebspitzen, bleiben die Pflanzen etwas kompakter und verzweigen sich zusätzlich.

Dahlien im Freiland überwintern?

Normalerweise gräbt man die Dahlienknollen im Herbst, kurz nach den ersten leichten Frösten aus und lagert sie an einem frostfreien Ort. Dies ist oft sehr mühsam, besonders, wenn man viele Exemplare besitzt. In wintermilden Gebieten kann man versuchen die Dahlien im Beet zu überwintern. Allerdings benötigen Sie dort Winterschutz. Abdeckungen mit Stroh, Laub, Vlies etc. sind denkbar. Allerdings fühlen sich Mäuse dort wohl und knabbern gerne die Knollen an. Bei zu nassem Boden faulen leider oft die Knollen. Bei steigenden Temperaturen entfernt man den Winterschutz. Eine Vliesabdeckung ab März/April hält dann den Boden wärmer und gibt den Trieben einen Vorsprung. Ein Versuch ist es allemal wert, denn überwinterte Knollen treiben ebenfalls oft frühzeitig aus und bilden kräftige grüne Triebe.

Viele lachsfarbene Dahlienblüten

Dahlienblüte orange mit Biene

Dahlienknollen in einer Holzkiste mit Namensschild

Vitamine von der Fensterbank
12. Februar 2026

Kresse auf der Fensterbank

Im Winter sehnen wir uns nach frischem Grün und gesunden Vitaminen. Im Garten spitzen ganz zaghaft der Schnittlauch und manch andere Kräuter. Schnelle Vitamine gibt es in der kalten Jahreszeit auch mit Microgreens und Sprossen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps.

Selbst angebaut auf der Fensterbank, macht es nicht nur Spaß, die jungen Pflänzchen anzuziehen, sondern die Vitamine kommen frisch auf den Teller.

Sprossen oder Microgreens?

Sprossen sind die „Kleinen“. Als Keimsprossen werden die Samen meist in einem Keimglas zum Quellen gebracht und verzehrt, wenn sich noch kaum Wurzeln und Blätter entwickelt haben. Wichtig ist hier die Hygiene. Die Samen werden lediglich immer wieder (täglich zweimal) mit frischem Wasser gespült, um nicht auszutrocknen und aber auch keine Schimmelpilze zu bilden.

Einfacher geht es mit sogenannten Grünsprossen. Hier verzehrt man die grünen Blätter mit Stängel. Die Samen quellen auf einer Watteunterlage, einem Küchenkrepp oder Keimschalen. Die Unterlage bleibt feucht und bietet den Wurzeln Halt. Nach etwa sieben bis zehn Tagen schneidet man die ersten jungen Triebe über der Wurzel ab. Im Lebensmitteleinzelhandel kennt man die eckigen Pappschälchen mit Kresse oder rotem Rettich.

Als Microgreens sind die Pflänzchen noch größer. Sie wachsen auf Erde oder auch einem Vlies, werden jedoch erst nach etwa zwei oder drei Wochen erstmals geerntet. Oft ist auch eine weiter Ernte möglich. Da sich grüne Blätter bilden, benötigen Microgreens wie auch schon die Grünsprossen Licht.

Verwenden Sie Saatgut, das speziell zur Anzucht von Sprossen oder Microgreens ausgewiesen ist. Z.B. Kresse, Rauke, Radieschen, …. Keimlinge von Hülsenfrüchten wie Bohnen werden vor dem Verzehr blanchiert, denn sie sollten nicht roh verzehrt werden. Ungeeignet sind Nachtschattengewächse wie Tomate und Chili.

Kresse am Küchenfenster – das schnellste Gemüse

Für die Kresse-Anzucht im Zimmer benötigt man möglichst frisches, gut keimfähiges Saatgut, eine am Boden flache Schale (z. B. aus Glas, Keramik oder ein saubere Familien-Eispackung) und etwas Küchenkrepp. Die Schale erhält eine genau zugeschnittene Einlage aus Küchenkrepp in doppelter Lage. Diese wird vorsichtig befeuchtet und dann mit Kressesamen bestreut. Achten Sie darauf, dass gut die Hälfte der Kreppfläche noch durchscheint, da die Pflänzchen sonst zu dicht stehen. Die Schale bedeckt man bestenfalls mit einem Teller oder dem lose aufgelegten Deckel der Eispackung. Von nun an befeuchtet man die Schale täglich zweimal mit etwa einer halben Tasse Wasser, gießt es aber sofort wieder ab. An den ersten Tagen passiert dies sehr vorsichtig, um keine Samen auszuschwemmen. Später halten sich die Keimlinge gegenseitig fest, und das Befeuchten und Abgießen geschieht einfach unter dem Wasserhahn über dem Spülbecken.
Nach etwa einer Woche erfolgt die Ernte mit einer Schere. Dazu kann man die „Kressewiese“ sogar aus der Schale herausheben. Man hält sie möglichst seitlich, dann fallen nur die trockenen, sauberen Grünsprossen der Kresse in die Salatschüssel. Nach kurzem Waschen eignen sie sich für eigenständigen Salat, aber auch zum Garnieren anderer Salate wie Kopfsalat oder Kartoffelsalat. Kresse geht auch warm: Kresse-Suppe mit Zwiebel, Gemüsebrühe, Sahne, Eigelb, einem Schluck Weißwein sowie Salz, Pfeffer, Muskat und Croutons als Topping.

 

Gartentipp
Der Regenwurm im Winter
9. Februar 2026

Regenwurm im Garten

Hörst du die Regenwürmer husten? – Dieses bekannte Lied wird gerne im Fasching gesungen. In diesem Jahr passt es wunderbar: der 15. Februar internationaler Tag des Regenwurms und 2026 auch Faschingssonntag. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erklären, warum der Regenwurm so wichtig ist, momentan aber nicht zu sehen.

Dem Boden wird meist wenig Beachtung geschenkt. Doch dort leben eine Menge wichtiger und nützlicher Tiere. Besonders gut erkennbar, schon allein durch seine Größe, ist der Regenwurm.

Was macht der Regenwurm im Winter

Häufig findet man Regenwürmer im Frühjahr und Herbst, wenn sie sich aktiv durch den Boden wühlen. Im Winter jedoch ziehen sie sich in tiefere und frostfreie Bodenschichten zurück und fallen dort in eine Kältestarre. Sie ringeln sich in selbstgegrabenen Hohlräumen zu Knoten zusammen, von Erde und organischem Material geschützt. Um Energie zu sparen, verlangsamen sie ihren Stoffwechsel. Oft findet man mehrere Tiere in Gruppen. Steigen die Temperaturen, werden die Regenwürmer wieder aktiver. Bei sehr kalten Temperaturen oder Frost ziehen sie sich erneut zurück.

Das Mulchen des Bodens im Herbst, beispielsweise mit Laub, isoliert, hält Feuchtigkeit und bietet den Regenwürmern Nahrung. Der Verzicht auf das (tiefe) Umgraben schützt die erwachsenen Tiere wie auch die in Kokons sich entwickelnden Jungtiere.

Wertvolle Regenwürmer

Regenwürmer sind äußerst wichtige Bodenlebewesen. Sie verändern durch ihre Grabtätigkeit das Bodengefüge. Sie fressen organisches und mineralisches Material, was als wertvoller und stabiler Ton-Humus-Komplex ausgeschieden wird. Die Häufchen bleiben auch bei stärkeren Regenfällen noch stabil und fallen nicht zusammen. Manche Regenwurmarten ziehen organisches Material wie Laubblätter, Erntereste oder Stroh auch in tiefere Bodenschichten ein. Dort baut es sich schneller ab und liefert schließlich Nährstoffe für die Pflanzen. Regenwürmer bilden ein weitreichendes Röhrensystem. Der Boden wird durchlüftet und die Sauerstoffversorgung der Pflanzenwurzeln verbessert. Zudem versickert Regenwasser bis in tiefere Schichten und das Abschwemmen und Verschlämmen von Erde wird verhindert bzw. vorgebeugt. Besonders schwere Böden profitieren von den Regenwürmern.

Regenwürmer sind fast das ganze Jahr im Boden aktiv. Bodentemperaturen zwischen 10 und 15 Grad sind für die wechselwarmen Tiere optimal. Zu dieser Zeit, meist im Frühjahr und Herbst, vermehren sie sich. Sie sind Zwitter und begatten sich wechselseitig. Die befruchteten Eier werden in Kokons abgelegt, wo sich Jungwürmer entwickeln. Wird es im Sommer zu heiß und trocken, verharren die Erwachsenen ebenso wie im Winter zusammengerollt tief in der Erde.

Regenwurm ist nicht gleich Regenwurm

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass die Regenwürmer nicht alle gleich aussehen. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und auch im Garten leben bis zu 20 verschiedene Arten. Geschlechtsreife erwachsene Tiere tragen einen etwas dickeren andersfarbigen Gürtel. Dieser fehlt bei den Jungtieren. Auffallend sind die unterschiedlichen Wurmfarben, die Hinweise auf den Lebensraum geben. Dunkel pigmentierte Arten leben nahe an der Bodenoberfläche und kommen auch nach oben ans Licht. Sie ernähren sich von der Streu, Mulch- und Humusauflage. Man nennt sie deshalb auch Streubewohner (epigäische Regenwürmer). Übrigens: Der Kompostwurm ist eine spezielle Gattung in dieser Gruppe.

Die ganz hell gefärbten endogäischen Arten leben im oberen Bereich des Mineralboden. Diese Regenwürmer erscheinen so gut wie nie an der Oberfläche. Sie machen viele vor allem horizontale Röhren bis in 60 Zentimeter Bodentiefe. Dann gibt es noch die Tiefgräber, deren vorderes Körperteil dunkel gefärbt ist. Sie ziehen organisches Material in ihre meist senkrechten Röhren hinein, die bis in den Unterboden reichen. Dadurch fördern diese Arten auch die Durchmischung unterer Bodenschichten mit dem Humus.

Alle Regenwürmer sind wichtige Bodenbewohner. Sie gilt es zu fördern. Um auf die Gefährdung und vor allem dem großen Nutzen der Regenwürmer aufmerksam zu machen, ist der 15. Februar weltweit dem Regenwurm gewidmet.

Geringelter Regenwurm im Boden

Regenwurm auf der Erde

Eikokon des Regenwurms

Gartentipp
Rebschnitt im winterlichen Garten
2. Februar 2026

Rebschnitt_1

Vielerorts liegen die Gärten noch tief verschneit. Doch die Tage werden länger und der Winter zieht sich langsam zurück. Tafeltraubenbesitzer träumen schon von süßen und saftigen Trauben, die in einigen Monaten an den kräftigen und grünen Trieben hängen. Voraussetzung ist neben einer robusten Sorte vor allem der jährliche starke Schnitt im Winter. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps.

In den Weinbergen werden die letzten Rebstöcke geschnitten. Im Garten ist es noch nicht zu spät für den Schnitt, der die Vitalität der Pflanze erhält. Dann haben wir lange Freude an ihr.

So wächst der Rebstock

Der Weinstock möchte möglichst schnell lange Triebe bilden. Am höchsten stehende Triebe und Knospen werden bevorzugt versorgt und sind daher besonders stark. Das würde bedeuten, dass beispielsweise bei einer fünf Meter hochwachsenden Weinrebe nur im oberen Bereich kräftige Triebe mit großen Früchten entstehen – im unteren Teil des Stockes hingegen nur kümmerliche Trauben. Deshalb benötigt der Weinstock einen jährlichen Schnitt, auch schon junge Pflanzen. Ein rechtzeitiger und maßvoller Stockaufbau erleichtert künftige Schnitt- und weitere Pflegemaßnahmen.

Einjährigen Fruchtruten, die im letzten Vegetationsjahr gewachsen sind, besitzen eine hellbraune Farbe. Sie haben eine normale Länge von etwa 1,20 Metern und weisen idealerweise eine Stärke mit einem Durchmesser von sechs bis zehn Millimetern auf (ähnlich einer Kugelschreiberdicke). Optimales Holz ist gleichmäßig durchgefärbt, knistert etwas beim Biegen und beim Anschneiden wird eine kleine Markröhre sichtbar. Betrachtet man dieses einjährige Holz, die Fruchtruten, genauer, sind im Abstand von etwa zehn Zentimetern die Knospen, die sog. Augen zu erkennen. In ihnen sind die Blüten bereits unsichtbar angelegt und somit der Ertrag des nächsten Spätsommers und Herbstes.

Erfolgreicher Ertrag durch Schnitt

Der Rebschnitt ist die erste Tätigkeit eines Tafeltraubenbesitzers im neuen Jahr. Hier werden die Weichen für eine erfolgreiche Ernte gelegt. Er fördert und reguliert die Fruchtbarkeit des Rebstockes.
Einer Legende nach bissen ein Esel oder eine Ziege über Winter die einjährigen holzigen Triebe fast komplett ab. Aus den übrig gebliebenen kurzen Stummeln entwickelten sich schließlich kräftige Triebe mit großen Früchten. Der Rebschnitt war erfunden und ist die Voraussetzung für eine gute Ernte in bester Qualität.

Grundsätzlich werden jährlich im Winter über 90 Prozent des einjährigen Holzes mit den vorhandenen Augen weggeschnitten. Der Schnitt mit der Schere bedeutet einen großen Eingriff für die Pflanze, die sich jedes Jahr wieder neu aufbauen muss. Doch so bleibt sie vital und wüchsig. Zudem wird ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wachstum und Fruchtbarkeit gefördert. Vor dem Schnitt, meist ab Ende Januar bis spätestens März, betrachtet man seinen Rebstock genau. Hausrebstöcke sind meist als Spalier mit einem langen oder zwei kürzeren Seitenästen als sog. Kordon gezogen. Die aus den Seitenästen nach oben gewachsenen Ruten werden auf Zapfen mit ein bis zwei Knospen zurückgeschnitten. Aus den verbleibenden Augen wachsen ein bis zwei kräftige Fruchttriebe. Entstehen zwei, dann wird der Schwächere der beiden bereits bei einer Trieblänge von acht bis zwölf Zentimeter weggebrochen. Diese Fruchtruten entwickeln dann meist zwei große Fruchttrauben. Um zu gewährleisten, dass die Ruten und Früchte später genug Licht, Luft, Sonne und Wärme bekommen, sollte der Abstand zwischen den Zapfen auf einem Kordonarm etwa 20 Zentimeter betragen, was etwa der Länge einer Rebschere entspricht.

Setzt der Saftstrom ein, kann es sein, dass die Rebe an der Schnittstelle kurz „blutet“. Doch keine Panik, es schadet den Stöcken in der Regel nicht. Vorhandene Pilzsporen könnten sogar weggespült werden. An Neumond „blutet“ die Pflanze wohl weniger als an Tagen um Vollmond. Schneiden Sie, wie auch bei anderen Gehölzen, nicht bei Temperaturen unter minus fünf Grad Celsius.

Keine Angst vor einem intensiven Rebschnitt, seien Sie nicht zu zaghaft. Es liegt in der Natur der Pflanze wieder auszutreiben und kräftig zu wachsen. Selbst ein alter, über Jahre ungeschnittener Rebstock kann durch einen starken Rückschnitt wieder vital und fruchtbar werden. Einzig wirklicher Fehler ist es, den Stock unterhalb der Veredlungsstelle zu schneiden.

Die abgeschnittenen Ruten lassen sich gut als Dekorationsmaterial verwenden. Lange biegsame Triebe eignen sich für das Binden von (größeren) Kränzen, kurz geschnittene Triebe in einem Gefäß geben Stütze und Halt für einzelne Tulpen oder andere Blüten.

Weiteres Wissenswertes zum Rebstock

Weitere Informationen zu Tafeltrauben finden Sie in den Infoschriften der Bayerischen Gartenakademie. Hier erfahren Sie alles zur Pflanzung und Pflege.

PIWI-Tafeltrauben am Haus und im Garten

Detailauschnitt einer Rute beim Rebstock

Rückschnitt einer Tragrute auf einen kurzen Stummel

Hellgrüne Trauben hängen am Rebstock.

Vorbereitungen für das neue (Garten-)Jahr
12. Januar 2026

Samenpäckchen Ordnung

Die Lust zum Gärtnern wird wieder stärker. Gründe sind nicht nur die Betätigung im Freien, auch der Wunsch zu Teil-Selbstversorgung und Nachhaltigkeit. Nutzen Sie jetzt die Zeit für die Gartenplanung, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Die ruhigere Zeit im Winter geeignet sich gut, um sich intensiv mit dem kommenden Gartenjahr zu beschäftigen. Dies macht Lust auf den Frühling und Sommer im Garten, auf Balkon oder Terrasse.

Garten planen und sich informieren

Im tristen und kalten Winter ist die Sehnsucht groß nach erwachendem und frischem Grün, nach saftigem Obst und Gemüse. Doch eine gründliche Vorbereitung ist wichtig. Möchten Sie größere Umgestaltungen im Garten vornehmen? Denken Sie nicht nur an sich, sondern auch an andere Lebewesen. Verwenden Sie Blühpflanzen, die Nahrung für Bienen oder andere Insekten sind. Eine gut durchdachte Staudenfläche ist pflegeleichter, farbenfroher und vor allem sinnvoller als eine Kiesfläche. Trockenmauern und kleine Wasserstellen bieten wichtige Lebensräume. Schwachwachsende Obstgehölze sowie Beerensträucher eignen sich auch für kleine Gärten und haben einen Mehrfachnutzen.

Oder geht es direkt um die Planung des Gemüsegartens? Da Gemüsekulturen recht kurzlebig sind, macht es Spaß zu experimentieren. Jedes Jahr gibt es neue Sorten und manchmal auch noch unbekannte Gemüsearten. Wer also Platz hat, sollte ruhig auch mal Neues ausprobieren. Planen Sie Gemüsearten- und -sorten, die im Garten guten Ertrag bringen und mit denen Sie sehr zufrieden sind ebenso mit ein. Schon bald kann es mit der Aussaat erster Gemüse beginnen. Achten Sie jedoch auf angegebene Pflegehinweise, damit es ein Erfolg wird.

Nutzen Sie die Zeit und schmökern Sie in Gartenzeitungen, in Gartenratgebern und anderen Zeitschriften. Wälzen Sie Gartenkataloge und suchen Sie Gartenseiten im Internet. Alles steht jetzt auf „Grün“. Lassen Sie sich inspirieren. Stöbern Sie nach Neuheiten, aber auch nach alten Sorten. Besonders bei Gemüse und Sommerblumen ist das Angebot sehr groß. In Gartencentern und im Gartenfachhandel können sich schon bald mit Saatgut und Pflanzen eindecken. Viele Firmen bieten einen Online-Verkauf an. Hier haben Sie die Möglichkeit sich rechtzeitig Samen und anderes Zubehör zu bestellen. Informieren Sie sich auch auf den Seiten der Bayerischen Gartenakademie.

Saatgut sichten

Wer selbst Blumen oder Gemüse aussät, sammelt in wenigen Jahren oft viele verschiedene Samentütchen an. Ordnen Sie diese, bevor Sie neue kaufen. Schon eine Einteilung nach Blumen und Gemüse kann hilfreich sein. Wenn Sie dann noch Fruchtgemüse aussortieren, da diese meist den Hauptteil der eigenen Aussaat ausmachen, haben Sie schon etwas Überblick gewonnen. Nicht jedes Saatgut hat die gleiche Keimfähigkeit und Haltbarkeit. Hinweise geben die Aufdrucke auf den Samenpäckchen. Bei geöffneten Tütchen spielt die Lagerung eine große Rolle, um die Keimfähigkeit aufrechtzuerhalten. Wer ganz sichergehen will, kann die Keimfähigkeit durch eine Saatgutprobe prüfen. Dies macht aber nur Sinn, wenn viele Samen vorhanden sind, z.B. bei Möhren.

Gemüse im Gartenjahr – Hinweise und Anregungen zum Biogarten

Gartentipp
Weitere Nutzung für den Weihnachtsbaum
5. Januar 2026

Winterschutz Hochstammrose

Hatten Sie im Advent die Überlegung welcher Baum zu Weihnachten im Zimmer stehen soll? Traditionell oder Weihnachtsbaum im Topf? Oder ist ein Kunststoffbaum nachhaltiger? Alles hat sein für und wider. Auch ein geschlagener Baum ist nachhaltig und kann sogar im Garten noch gute Dienste tun, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Ein Baum für nur wenige Tage im Jahr ist zu kostbar. Meist wird er nach Heilig-Drei-König aus der Wohnung verbannt. Im Garten, auf Balkon und Terrasse lässt er sich noch weiter nutzen.

Geeignete Weihnachtsbäume

Nicht jeder ausrangierte Weihnachtsbaum taugt für einen Weiternutzung. Ganz wichtig ist die Eigenschaft, dass er nicht nadelt. Sind die Triebe schon trocken und dürr, fallen die Nadeln besonders schnell ab. Die beliebten Nordmanntannen behalten jedoch ihre Nadeln sehr lange. Besonders frisch bleiben die Triebe, wenn schon der Baum während der Standzeit im Zimmer mit ausreichend Wasser versorgt wurde. Dicht benadelte Zweige werden nun mit einer guten Schere in verschiedene Längen geschnitten. Sinnvoll sind grundsätzlich Bäume aus der regionalen Forstwirtschaft und zertifizierte Bio-Bäume.

Nutzungsmöglichkeiten im Garten

Immer öfter treten anhaltende Fröste erst im Januar oder noch später auf. Und da kommt der ausrangierte Weihnachtsbaum ins Spiel. Seine abgeschnittenen Zweige eignen sich wunderbar als Schutz, denn Kälte und Wintersonne können vielen Pflanzen im Garten schaden.

Rosen und besonders Hochstammrosen sind dankbar für einen Schutz vor Kälte, frostigem Wind und Wintersonne. Abgeschnittene Zweige werden wie ein dichtes Korsett um die Hochstammrose gebunden. So sind der Rosen-Stamm und die Triebe in der Krone geschützt. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Veredlungsstelle, damit diese nicht abstirbt. Eine solche Einkleidung kann auch ein sehr dekoratives und zugleich natürliches Element im winterlichen Garten sein.

Übrige Nadelgehölz-Zweige decken Sie über empfindliche Stauden und immergrüne Sträucher, denn Kahlfröste ohne Schneeauflage schädigen hier und auch bei Erdbeeren besonders.

Bedeckungen mit Zweigen von Nadelgehölzen haben den Vorteil, dass sie Kälteschutz und Schatten bieten. Zudem wird ein frühzeitiges Austreiben der Pflanzen unterdrückt. Im Gegensatz zu Abdeckungen mit Folie, sind die Nadelgehölz-Zweige luftdurchlässig und bieten Fäulnis keine Chance. Lassen Sie jedoch diesen natürlichen Schutz nicht zu lange, da sich sonst im Frühjahr lange und dünne Triebe bilden können. Nach der Zweit-Nutzung werden die Zweige zerkleinert und über den Kompost oder die Biotonne entsorgt.

Zweige schneiden

Winterschutz bei einer Hochstammrose

Obstbäume im Winter schützen
15. Dezember 2025

Weißanstrich Obstbaum

Die Klimaveränderung macht auch vor unseren Gärten nicht halt. Hitze- und Trockenschäden, aber auch Winter- bzw. (Spät-)Frostschäden wurden häufiger beklagt. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie wissen Rat.

Jetzt sieht man wieder häufiger Obstbäume in Gärten und sogar auf Streuobstwiesen, die einen weißen Stamm besitzen.

Warum sind die Stämme weiß?

Ein weißer Anstrich bietet Schutz vor schädigender Wintersonne und zugleich vor Sonnenbrand im Sommer. Sonnige Tage im Spätwinter regen den Saftstrom in der Pflanze an. Herrschen dann nachts frostige Temperaturen, und wird die Südseite des Stammes tagsüber von der Sonne beschienen und erwärmt, entstehen Spannungen unterhalb der Rinde bis ins Holz. Bei einem häufigen Wechsel von Gefrieren und Auftauen entstehen die sogenannten Frostrisse ebenso wie längere Perioden mit tiefen Minusgraden in der Nacht. Die Rinde reißt meist an der sonnenzugewandten Seite senkrecht auf. Besonders betroffen sind Gehölze an sonnenexponierten Lagen wie beispielsweise einem Südhang mit viel Sonne und jüngere Stämme mit glatter Rinde.

Die weiße Farbe hingegen reflektiert Licht und verhindert, dass sich die dunklen Stämme der Gehölze stärker erwärmen. Der Saftstrom in die Knospen wird verzögert und somit treiben die Knospen später aus. Dies wiederum beugt Knospen- und Blütenschäden durch Spätfröste vor, denn die milden Temperaturen in den letzten Wintern führten zu einem frühen Austrieb und vorzeitiger Blüte. Einsetzende Spätfroste zerstörten die Blüten und führten zu einem geringen Ertrag.

Bei Steinobst tritt Saftanstieg und Austrieb besonders früh ein. Da viele Arten und vor allem jüngere Bäume eine glatte Rinde besitzen, ist das Weißeln der Stämme von Aprikosen, Pfirsichen und auch Kirschen empfehlenswert, um Frostrissen vorzubeugen.

Einen Weißanstrich anbringen

Vor einem Anstrich ist etwas Baumpflege nötig. Mit Hilfe einer groben Bürste entfernen Sie lose Rindenstücke am Stamm und an dickeren Ästen. Durch das Glätten erleichtert man sich das Auftragen des Anstriches. Gleichzeitig werden auch mögliche Schaderreger entfernt, die an oder unter der Rinde sitzen.

Der Handel bietet verschiedene Produkte zum Anstreichen an. Achten Sie stets auf die Gebrauchsanweisung. Diese dient zum Schutz des Anwenders. Auch ist es möglich einen Weißanstrich aus Kalk und Tapetenkleister selbst herzustellen.

Das Einbinden des Stammes über Winter mit Fichtenreisig, Jutesack oder Vlies beugt ebenfalls Stammschäden vor und bietet eine Alternative.

Weißanstrich, auch für den Sommer

Typisch ist das Weißeln der Bäume für den Winter. Doch mit immer stärkerer Sonneneinstrahlung im Sommer erleiden die Gehölze zunehmend auch Schäden im Rindenbereich. Nachdem die Rinde gerissen oder das Kambiumgewebe darunter geschädigt ist, können sich verschiedene Pilzkrankheiten hier ansiedeln. Der somit im Laufe der Jahre vorgeschädigte Stamm kann zum Absterben des ganzen Baumes führen. Auch hier sind Bäume an heißen Sonnenhängen besonders gefährdet. Ein Weißanstrich im Sommer bietet Schutz.

In eigener Sache:
Jetzt kommt die Weihnachtszeit – eine Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit, eine Zeit der Freude und Fröhlichkeit, eine Zeit der Erholung…… Auch die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie freuen sich darauf und machen Winterpause, um neue Kraft zu schöpfen. Am 05.01.2026 erscheint dann der nächste Gartentipp.Wer Informationen rund um den Garten sucht, findet diese auf den Internetseiten der Bayerischen Gartenakademie. Zudem ist das neue Seminarprogramm bald online verfügbar.
Wir wünschen Ihnen eine erholsame Weihnachtszeit und alles Gute für 2026!
Das Team der Bayerischen Gartenakademie

Weihnachtsgeschenke für Pflanzenbegeisterte
8. Dezember 2025

Pflanzliche Weihnachtsgeschenke

Wer den Garten schätzt, sucht auch gerne Geschenke für gleichgesinnte Bekannte. Dann eignen sich pflanzliche Weihnachtsgeschenke oder weihnachtliche Pflanzengeschenke. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie teilen ein paar Ideen.

Die Freude über Pflanzengeschenke hält meist länger, denn sie erfreuen nicht nur wenige Wochen oder gar Tage, sondern fast das ganze Jahr über, beispielsweise mit Blüte, Frucht und Herbstfärbung. Tiere wie Insekten und Vögel können oft dort auch Nahrung und Unterschlupf finden.

Gehölze zur Weihnachtszeit

Verschenken Sie doch mal Obstgehölze, Ziersträucher, Kleinbäume oder Rosen. Welchen Standort und Platz hat der zu Beschenkende? Was sind die Vorlieben? Bietet der Garten genügend Raum, eignet sich vielleicht ein Kleinbaum wie Zierapfel oder ein Obstgehölz auf einer schwächer wachsenden Unterlage. Wildobst, mit oft sehr aromatischen und vitaminreichen Früchten, erlebt einen Aufwärtstrend. Während Mispel, Felsenbirne und Kornelkirsche besser im Garten ausgepflanzt werden, kann die strauchig wachsende Apfelbeere (Aronia) auch in einem großen Topf auf dem Balkon oder der Terrasse stehen. Schmalbleibendes Säulenobst eignet sich ebenfalls für die Kultur im Kübel wie auch Kulturheidelbeeren, die ein saures Pflanzsubstrat benötigen. An weiteren Obstarten für den Garten sowie mobile Gefäße bieten sich beispielsweise Stachel- und Johannisbeeren an. Als Stämmchen sind sie ein besonderes Geschenk.

Wenngleich die Blütezeit der Rosen jetzt vorbei ist, wissen Gartenfreunde um ihre Schönheit im Sommer und der Nachblüte im Herbst. Verschenken Sie robuste Sorten (ADR-Rosen). Für jeden Zweck und in jeder Wuchsform bzw. Farbe finden Sie Auswahl. Wenn diese dann auch noch als Futterpflanzen für Bienen und andere Insekten attraktiv sind und mit den Hagebutten Vögel ernähren, leisten Sie außerdem noch einen Beitrag zur Vielfalt im Garten. Stöbern Sie in den Online-Shops großer Rosenbetriebe und Züchter. In den Wintermonaten werden die Rosen wurzelnackt angeboten.

Mit Verpackung wird es weihnachtlich

Freiland-Pflanzen in Töpfen benötigen jetzt sowieso einen Winterschutz. Nutzen Sie deshalb Sackleinen, Jutesäcke oder Wollvlies als Verpackungsmaterial für das Gefäß. Mit einer farbigen großen Schleife um den Topf, ein paar Sternen, Kugeln oder einer kleinen LED-Lichterkette an den Ästchen oder Zweigen sowie einer Moosabdeckung des Pflanzsubstrates erhält die Pflanze ihren weihnachtlichen Glanz.

Auch robuste wurzelnackte Gehölze oder Pflanzen mit Wurzelballen können verschenkt und kurzfristig geschmückt werden. Achten Sie darauf, dass die Gehölze möglichst schnell gepflanzt oder zumindest im Beet „zwischengelagert“ werden, um nicht auszutrocknen. Solange der Gartenboden nicht gefroren ist, kann am endgültigen Standort gepflanzt werden.

Auch darüber freut man sich

Weitere „Kleinigkeiten“ für Pflanzenliebhaber sind Christrose sowie kleine Nadelgehölze, die den Balkon oder Balkonkasten schmücken. Neben dem Weihnachtsstern verschenkt man für das Zimmer häufig Amaryllis und Orchidee. Auch erste Samentütchen für das neue Gartenjahr erfreuen den Freizeitgärtner. Sicherlich fällt Ihnen nun noch eine Menge mehr ein, um Ihren pflanzenbegeisterten Bekannten ein Leuchten in die Augen zu zaubern.